Fotografie, Worte

Leben.

Eigentlich wollte ich darüber schreiben, mit was für einer positiven Energie ich ins neue Jahr gestartet bin, wie mich die Motivation gepackt hat und wie leicht sich mein Herz anfühlt, nachdem ich all den Ballast der letzten 365 Tage im alten Jahr zurückgelassen habe. Denkste. Nach meinem ersten Nervenzusammenbruch bereits am dritten Tag dieses besagten tollen, neuen Jahres fällt dieser Plan wohl ins Wasser.

Meine mündliche Abschlussprüfung steht bald an und nagt ziemlich stark an meinen Nerven.
„Ich habe bald meine letzte Prüfung, danach hat mich das Leben endlich wieder.“, tippte ich vor kurzem in mein Handy. Die Nachricht sendete ich an einen guten Freund von mir, den ich nun schon viel zu lange nicht gesehen hab.

Das ist nicht in Ordnung.

Wir neigen dazu, immer alles Mögliche aufzuschieben. Entweder die unangenehmen Aufgaben, die der Alltag so mit sich bringt, oder eben unser Leben.

Als Kind haben wir einfach gelebt.

Wir haben jeden Tag genutzt, als wäre dies unser letzter gewesen. Unbewusst. Als Kind gab es keine lästigen Verpflichtungen oder Termine, die uns aus der Ruhe brachten.

Das Zimmer aufräumen? Da mache ich ein Spiel draus. Zahnarzttermin? Da bekomme ich doch immer ein kleines Spielzeug. Hausaufgaben? Da kann ich zeigen, wie gut ich rechnen kann.

Wir haben einfach gelebt.

 

Wieso haben wir das verlernt?

Irgendwann kam dann die Zeit, in der uns manche Dinge unangenehm wurden. Man fängt an, das Leben zu unterbrechen und um ein paar Jahre, vielleicht auch nur Monate oder gar Tage, aufzuschieben.

„Sobald ich den Abschluss geschafft habe, geht mein Leben richtig los!“

„Sobald ich abgenommen habe, kann ich mich endlich wohlfühlen!“

„Sobald die Prüfungen vorbei sind, ernähre ich mich wieder gesund!“

„Sobald ich dir Termine hinter mir habe, kann ich mich endlich entspannen!“

„Sobald ich wieder mehr Zeit habe, mache ich wieder Sport!“

Das sind Gedanken, die wohl jeder schon einmal so oder in einer ähnlichen Form hatte.

 

Wieso laufen wir so am Leben vorbei?

Sich Ziele zu setzen, das finde ich nicht verkehrt. Das ist vielleicht sogar wichtig. Das treibt uns an, würde ich behaupten. Aber dieses ewige Aufschieben kann uns definitiv nicht gut tun.
Wir erlauben uns nicht, glücklich zu sein, bevor wir unsere Ziele erreicht haben. Wir erlauben unserem Körper nicht, gesund zu sein, bevor wir all die Punkte auf unserer Langzeit-To-Do-Liste abgehakt haben. Stattdessen schieben wir immer wieder einen neuen Punkt dazwischen und denken: „Um diese eine Woche kann sich  mein Leben auch noch verzögern…“.

Aber das ist Unsinn.

 

Life is what happens when you are busy making plans.

Ein sehr ausgelutschter Spruch, den wir uns dennoch öfter zu Herzen nehmen sollten.
Wir müssen jetzt leben. Hier. Heute. Nicht morgen. Nicht nächsten Monat. Und auch nicht in 3 Jahren.

Natürlich verschwinden die Termine, die Aufgaben und die Prüfungen dadurch nicht aus unserem Leben. Aber wir müssen lernen, diese Dinge in unser Leben zu integrieren. Und nicht umgekehrt.
Wie wir uns fühlen ist doch immer abhängig davon, wie wir die Dinge betrachten. Lasst uns doch anfangen, wieder positives zu sehen. Situationen anzunehmen, wie sie sind, und eben das beste aus ihnen machen.

Insgeheim wissen wir doch genau, dass nach der Prüfung, nach dem Termin, nach der Uni neue Herausforderungen auf uns warten. Wir wissen genau, dass wir uns danach nicht wirklich zurücklehnen können. Und das ist gut so. Unser Leben ist doch nicht stehen geblieben, unser Leben passiert genau jetzt. Obwohl diese Dinge anstehen. Obwohl wir gestresst sind.

Wir müssen zusehen, dass wir uns von dem Stress und dem Druck nicht dominieren lassen. Wir müssen die richtige Balance finden. Wir müssen das Hier und Jetzt genießen.

Denn wer garantiert uns, dass das Morgen besser wird?

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7 Comments

  • Reply Annekatrin

    Hey!
    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Oft schwirren auch so Sachen in meinem Kopf umher wie „sobald die Prüfungen vorbei sind…“ Aber letztendlich nutzt es wirklich nicht viel – Ziele sind wichtig, aber man sollte die nicht unbedingt als Ausrede dafür benutzen, sein Leben schleifen zu lassen..
    LG

    22. Januar 2017 at 14:34
    • Reply Lena

      Lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂

      28. Januar 2017 at 9:01
  • Reply Sarah

    richtig toller Post, der ging unter die Haut!!

    Xx Sarah von http://www.wonderlandblog.de

    25. Januar 2017 at 16:12
  • Reply Miriam

    WAHNSINNS Fotos und wunderschöne Bilder! Bin wirklich ganz geflasht von deinem Talent, Bilder zu einem Kunstwerk zusammenzufügen! Toll!

    GLG Miriam
    http://www.enemenemimi.com

    31. Januar 2017 at 17:30
    • Reply Lena

      Ganz, ganz lieben Dank, Miriam! ♥

      5. Februar 2017 at 12:36
  • Reply Saskia

    Du hast mich gerade ein wenig verzaubert mit deinem Post! Ich liebe die Stimmung auf deinen Bildern und die Bearbeitung!! ♥ Und genau wie in deinen Abschlusssätzen, kann ich auch nur sagen, dass hinter jeder bestanden Herausforderung eben schon die nächste wartet. Und du hast recht – dass ist gut so! Damit wir uns auch immer wieder selbst herausfordern können und uns weiter entwickeln. Also hoffe ich, dass du dass heute eben heute genießen konntest und drücke dir alle Daumen, dass deine mündliche Prüfung erfolgreich läuft (oder gelaufen ist?) 🙂
    Liebe Grüße Saskia ♥ http://demwindentgegen.de/

    2. Februar 2017 at 22:20
    • Reply Lena

      Vielen Dank für deine Worte, liebe Saskia. ♥
      Es freut mich immer, wenn ich jemanden erreichen kann.

      Meine Prüfung ist übrigens super gelaufen. 😉

      Liebe Grüße

      5. Februar 2017 at 12:37

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