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Fotografie

Etwas ganz Großes

„Lena, schau mal da, was für ein schöner Birkenwald!“

Diese Worte haben mich am Wochenende ziemlich aus der Fassung gebracht.

Wer mir auf Instagram folgt hat vermutlich an meinem Story-Spam mitbekommen, dass mein Liebster und ich für ein Wochenende im wunderschönen Dresden waren. Auf dem Rückweg wollten wir einen kleinen Umweg über Kromlau machen, um die sagenumwobene Rakotzbrücke einmal mit den eigenen Augen zu sehen. Und natürlich mit der Kamera. Diese Bilder habe ich heute aber noch nicht für euch.

Auf dem Weg von Dresden nach Kromlau sind wir gefühlte Ewigkeiten durch eine wunderschöne Landschaft aus kleinen Tannen- bzw. Nadelwäldern gefahren, die mich beinahe haben durchdrehen lassen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein ganz besonderes Herz für solche Orte habe. Für die meisten dürfte das nichts besonderes sein. Aber ich flippe da regelrecht aus. Wie ein Kind. Wie ein Kind aus der Stadt, das zum ersten Mal eine Kuh sieht.

Geboren und aufgewachsen im Ruhrpott, der zwar auch seine schönen Parks, Wälder und Dörfchen hat, war es schon immer ein kleiner Traum von mir, in einem Birkenwald zu stehen. Vorzugsweise mit meiner Kamera. Und meinem Stativ. Meine jahrelange Google-Suche nach einem solchen Ort blieb jedoch stets erfolglos. Es ist also ziemlich dem Zufall überlassen, ob und wo man das Glück hat, einen solchen Wald zu finden. Ich hatte mich bereits damit abgefunden.

Auf dem Weg nach Kromlau aber – ich war schon ganz aufgelöst durch die Nadelwälder, an denen ich einfach vorbeifahren musste (ich habe noch nie so unkonzentriert ein Auto bedient) – wurde ich auf diesen endlos erscheinenden, weiß strahlenden Birkenwald zu meiner Linken aufmerksam gemacht. So etwas habe ich tatsächlich noch nie gesehen (und wieder sehe ich das Kind, dass die Kuh – gemütlich grasend auf einer Weide – entdeckt).

Anstatt mich zu freuen wurde ich traurig. Wirklich sehr, sehr traurig. Wir hatten eigentlich keine Zeit, noch irgendwo zu halten. Wir waren so wie so schon knapp in der Zeit und hatten noch eine lange Heimreise vor uns.

 

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Der Birkenwald lag nun hinter uns. Wenden konnten wir hier auch nicht. Wir fuhren also weiter zur Rakotzbrücke, zu der es zum Glück nicht mehr weit war. Keine zwanzig Minuten später saßen wir bereits wieder im Auto. Ich wollte zurück. Ich musste zurück.

So sind wir der Straße zurückgefolgt, bis wir den Birkenwald wiedererkannten und das Auto in einer kleinen Bucht parken konnten. Schnell das Make-Up-Täschchen gezück, dann ging es auch schon hinein in den Wald. Zumindest fast. Mir schien es so, als wollte man nicht, dass man den Wald betreten kann. Riesige Gräben haben uns den Eintritt auch ziemlich schwer gemacht. So blieben wir am Rand.

Die Bedingungen waren generell eher suboptimal: Es war verdammt kalt, es fing an zu regnen, stürmisch war es auch, ich hatte Zeitdruck, mein Auslöser war nicht in meiner Tasche, ich sah nicht besonders frisch und wach aus… Ein ziemliches Desaster also. Trotzdem hatte ich viel Spaß und konnte super glücklich die Heimreise antreten.

Die Moral aus der Geschicht? Wenn ihr einen verdammten Birkenwald vor eurer Tür habt, freut euch gefälligst darüber. 😉 Für manche ist das tatsächlich etwas ganz, ganz Großes..

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1 Comment

  • Reply Lebenslaunen

    Ich liebe die Farbstimmung!

    Neri von Lebenslaunen

    18. Dezember 2016 at 15:35
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